WordCamp Colgone 2015 – Meine Abrechnung ;-)

Ein chronologischer Ablauf (m)eines wunderbaren Wochenendes beim WordCamp Cologne MMXV in Wort und Bild:

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Freitag, 05.06.15

5:00 Uhr – Biiiep! Biiiep! Biiiep!

Ok, mein Start in das #wccgn-Wochenende war nicht ganz soooo wunderbar: Es begann mit dem unsaften Weckerruf um 5:00 Uhr. Der mich gnadenlos aus dem viel zu kurzen Schlaf riss. Rasieren, Duschen und der erste Kaffee. Noch schnell ein paar Brötchen für unterwegs geschmiert, Ladekabel einpacken. An alles gedacht? Ok, dann kann es ja los gehen. Auf zum Bahnhof. Der ICE nach Köln wartet nicht.

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Tschüss Berlin!

Der Morgen war freundlich, hell und klar. Als ich im ICE losfuhr, hatte ich großes Glück: viel Platz, keine lärmende Schulklasse oder Lauttelefonierer im Abteil. Um mich herum lauter verschlafene Gestalten. Die beste Grundlage, um entspannt zu frühstücken und an der Präsentation zu feilen.

11:09 Uhr: Warmup am Kölner Hauptbahnhof

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Hallo Köln!

Knapp 4,5 Stunden später kamen wir pünktlich in Köln an. Und es gab einen sehr warmen Empfang am Bahnsteig: Fast 32°C im Schatten. So lässt es sich aushalten in Köln. An ein obligatorisches Kölner-Dom-Foto war da allerdings nicht zu denken. Nur schnell weg hier. Ab zum Hotel.

Im Hotel war es allerdings auch nicht besser. Die Sonne knallte voll auf das unklimatisierte Zimmer. Es war sehr mollig. Aber was mich wirklich zum Schwitzen brachte, waren die „Anrufe in Abwesenheit“ auf meinem Telefon. Schnell war klar, den Nachmittag in der Uni beim #wccgn und die Warmup-Party konnte ich vergessen. Ich musste noch etwas arbeiten…. ;-(

Außerdem hatte ich ja mein Präsentation noch nicht fertig. Während der Zugfahrt hatte ich nämlich noch ein paar – wie ich fand – sehr gute Einfälle, die Umgesetzt sein wollten. Und so saß ich dann noch nach getaner Arbeit die halbe Nacht und habe die Präsentation für den Vortrag umgeschrieben. Gegen 4:00 Uhr früh war Feierabend. Ich konnte nicht mehr…. zzzzzzzzzz

Samstag, 06.06.15

7:00 Uhr: Biiiep! Biiiep! Biiiep!

Oooch neeeee, nicht schon wieder! Dieses Horrorgeräusch vom Wecker hatte ich in den letzten Tagen leider schon so oft hören müssen. Na gut, nützt nichts, muss Aufstehen, kein Pardon. Irgendwie geduscht und raus auf die Straße. Keine Ahnung wohin. Google Maps ist schon eine coole Erfindung. ;-)

7:40 Uhr – Ups, falscher Planet

Die Kölner scheinen den Tag lieber etwas später zu starten. Frühstück gab es im Hotel nämlich erst ab 8:00 Uhr. Da sollte ich aber schon in der Uni beim #wccgn sein. Also erstmal mit knurrenden Magen und Kaffe-Entzug in die falsche Straßenbahn eingestiegen.

Es dauerte eine Ewigkeit, bis ich meinen kleinen Fahrfehler bemerkte. Na super! Die nächste Bahn in die richtige Richtung ließ dann noch ewig auf sich warten. Damit war klar, ich komme zu spät zum Helfer-Meeting. ;-(

8 Uhr-irgendwas: Na endlich

Irgendwann war ich dann endlich da, wo ich hingehörte. Ganz aufgeregt und gespannt und auch beschämt wegen meiner Verspätung. Aber das hat niemanden interessiert. Die Orga-Leute waren natürlich schon viel eher da und hatten die wichtigsten Vorbereitungen vor Ort längst abgeschlossen. Sie hatten alles im Griff. Man merkte sofort, dass sie das WordCamp lange und gründlich vorbereitet hatten. Ihre Gelassenheit und Freundlichkeit sprang auf mich über und gab mir das schöne Gefühl, Willkommen und dabei zu sein.

willkommen

Es wird voller und voller

Nach und nach füllte sich langsam das Uni-Gebäude mit den 346 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Viele kennen sich schon seit Jahren ganz gut und die Atmosphäre war entsprechend sehr familiär und ungezwungen. Die Leute, die man noch nicht kannte, konnte man ja jetzt kennen lernen. Also auf ins Gedränge. Ich bin sonst eigentlich ein typischer Mecklenburger – etwas scheu und zurückhaltend. Aber hier beim Camp war ich wohl in der Beziehung eher wie ein Südländer  und wurde auch südländisch – also offen und herzlich – empfangen.

10:00 Uhr: Jetzt geht es endlich los

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00Sleepy – Der Schrittmacher :-)

Die Begrüßung machte Thomas Brühl (aka 00sleepy). Er war der Lead-Organiser des WordCamps und hatte sage und schreibe 44.444 Schritte für die Community zurückgelegt! DU ROCKST!

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Keynote: Was war, was ist, was wird.

Anschließend gab es die Keynote mit Pascal Birchler. Huch auf englisch? Na warum auch nicht. Es war ja schließlich auch internationales Publikum da.

Quo vadis?

Es gab (fast) immer vier parallele Vorträge zur Auswahl. Und damit hatte man die Qual der Wahl, wohin man denn nun jeweils geht. Das Angebot an Themen und Sprecher war sehr umfangreich. Von hause aus interessieren mich natürlich eher die technischen Themen. 

Durch meinen Job als freiwilliger Helfer hatte ich das Glück, dass ich – wenn ich Dienst hatte – keine Wahl hatte, sondern immer in einer bestimmten Sitzung gehen musste. Das stellte sich für mich als willkommene Horizonterweiterung raus. So fand ich mich bei Vorträgen, die ich eher nicht gewählt hätte, die mich aber – vielleicht gerade deshalb? – sehr inspirierten.

Themenauswahl

Aus über 90 Vorschlägen für Vorträge wurden am 33 ausgewählt. Damit war das WordCamp randvoll gefüllt. Die Auswahl der Vorträge war bemerkenswert: Jedes Orga-Mitglied hat nach einem Punktesystem jeden Vortrag bewertet. Am Ende sind dann die Vorträge mit der besten Bewertung angenommen worden. Berücksichtigt wurde auch, dass alle Themenbereiche abgedeckt waren und das Verhältnis der englischen Vorträge.

Helfer

Neben dem Orga-Team – was die eigentlichen Macher des WordCamps waren – gab es auch noch die Helfer vor Ort. Viele fleißigen Hände, die ebenfalls zum Gelingen der Varanstaltung beigetragen haben. Ich selbst hatte mich auch als Helfer gemeldet. So eine Veranstaltung macht sich schließlich nicht von allen. Da wird jede Hand gebraucht. Ehrensache!

Mein Job war die Sprecherbetreuung. Das wichtigste daran ist: den Sprecherinnen und Sprechern alles „Drumherum“ bei Ihrem Vortrag abzunehmen: Man führt sie in den richtigen Saal, sorgt dafür, dass frisches Wasser da ist, klemmt das Mikro an und versucht, die Aufregung zu vertreiben. Während der Sitzung passt man dann auf, dass alles ok ist und hält am Ende die Zeit-Kärtchen hoch, damit der Sprecher weiß, wie viel Minuten er noch bis zum Vortragsende hat.

11:00 Uhr: Hans-Helge Bürger – WordPress REST API

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WP REST API mit Hans-Helge

Hans-Helge hat uns erklärt, was die neue neue WP REST API ist und was man tolles damit anfangen kann. Für mich einmal mehr der Impuls, mich endlich damit auseinanderzusetzen.

12:00 Uhr: Mittagspause und noch etwas mehr

Vor der Mittagspause hatte ich noch etwas Luft und wollte unbedingt noch schnell etwas an meiner Präsentation weiter arbeiten. (So ein Unsinn, wer fährt denn auf ein WordCamp um dort vor dem Computer zu hocken??? Mache ich bestimmt nicht mehr.) Ich hatte den PC noch nicht mal richtig aufgeklappt, da saß schon jemand neben mir: „Oh, stör ich dich?“ – Natürlich nicht Annette! :-)

Annette wollte sich nur bei mir bedanken für einen Vortrag über Grunt, den ich mal beim WP-Meetup in Potsdam gehalten hatte. WOW, da war ich platt! Und zum ersten Mal begannen meine Selbstzweifel ein klitzekleinwenig zu schrumpfen. Das hatte Annette einfach mal so hingekriegt. DAS IST GEMEINSCHAFT!

Wir hatten uns intensiv über WordPress und das Leben als Freelancer unterhalten. Das war ein sehr anregendes Gespräch. Ich war so gebannt, dass ich total meinen nächsten Helfer-Deinst vergessen hatte. Zerknirscht bin ich also viel zu spät zu Alex Reach gegangen, der sich mit um die Sprecher-Helfer kümmerte. Aber nicht einmal das war schlimm. Ein Ersatz für mich war längst problemlos gefunden. Aufatmen und noch eine Cola auf den Schreck.

14:00 Uhr: Frank Bültge – Der Customizer, ein Standard Control

frank-costumizer Natürlich lasse ich mir eine Session mit Frank Bültge nicht entgehen. Andererseits wollte ich mir auch gerne den Barrierefreiheit-Vortrag von Elisabeth Hölzl anschauen. – Nun, die Münze hat entschieden… :-)

Nach Franks Vortrag hatte ich das große Glück, Ellen Bauer und Manuel Esposito „in echt“ kennen zu lernen und Ihnen meine Bewunderung auszudrücken. Ich wünsche den beiden viel Glück und einen guten Start am anderen Ende der Welt!

15:30 Uhr: Kirsten Schelper – Buzzword Information Architecture

kirsten

Beste Präsi ever! :-)

Wie oft habe ich in Kirstens Vortrag wohlwissend mit dem Kopf genickt. Sie hat mal wieder den Nagel voll auf den Kopf getroffen: „Zusammenarbeit zwischen Kunde, Designer und Coder verläuft improvisiert bis chaotisch.“ – Autsch ja, manchmal… ;-)

Und nochwas: Wer 1a gestaltete und dramaturgisierte Präsentationen sehen will, der gehe in Kirstens Vorträge!!!

Und der ganze Rest….

Die letzten Vorträge konnte ich mir leider nicht mehr anschauen, ich musste wieder zurück ins Hotel – Die Arbeit…. Auch die Party habe ich sausen lassen. Denn meine Präsentation war noch nicht fertig überarbeitet. Der Abend wurde noch seeeeehr lang. Eigentlich sogar endlos. Gegen 2:00 Uhr war die Präsentation endlich fertig überarbeitet. Aber an Schlaf war vor Aufregung nicht zu denken.

Sonntag, 07.06.15

9:00 Uhr: Biiiep! Biiiep! Biiiep!

Den Wecker hätte ich mir diesmal sparen können. Ich war todmüde aber wach, kein Schlaf…

10:00 Uhr: Gekniffen :-/

Ausgerechnet bei dem Vortrag , auf den ich mich am meisten gefreut hatte, habe ich gekniffen und bin nicht rein gegangen.

Liebe Ellen, lieber Manuel das tut mir sehr leid. Wegen meines eigenen Vortrages, war ich so aufgeregt, dass ich nicht in Eure Sitzung gehen konnte. Statt dessen war ich draußen und habe Entspannungsübungen gemacht, um mich ein zu kriegen.

Das ich nicht der Einzige war, der sich auf die beiden gefreut hat, war ja wohl klar. Ich würde sagen, der Vortrag von Elmastudio war der Höhepunkt vom ganzen WordCamp.

11:00 Uhr: Ich bin dran

Dann kam die Stunde der Wahrheit. Mein erster Vortrag auf einem WordCamp. Das Herz steckte mir schon seit Tagen in der Hose und besonders in der letzten Nacht hatte ich nicht geschlafen. Mein Aufregung war endlos. Aber Moment, Ich bin doch Buddhist. Da müsste ich doch eigentlich meinen Geist unter Kontrolle haben. Ja, müsste… Aber in Wirklichkeit habe ich einmal mehr erfahren, wie sehr man leidet, wenn man seinen Geist nicht unter Kontrolle hat. Diese Erfahrung hat mir im Nachinein sehr großen Schwung gegeben, mich auf meinem spirituellen Weg noch mehr zu bemühen. Doch ich schweife ab, hier soll es ja um den Vortrag gehen.

An Details von meinen Vortrag kann ich mich allerdings kaum erinnern. Den Vortrag muss ich mir wohl später selber mal bei WordPress TV anschauen. Aber an eins kann ich mich noch sehr gut erinnern: an die Einleitung. Da hat mir nämlich ein alter Sprecher-Trick sehr geholfen: Lerne die Einleitung auswendig.

Mit der sicheren Einleitung konnte ich irgendwie meinen „Flow“ finden. Und habe halt die Dinge erzählt, die ich so über Web-Perfomance weiß. Die große Herausforderung war dabei, den Vortrag so zu halten, dass „Nicht-Techie“ etwas damit anfangen können. Vor allem Fachwörter galt es gut zu umschiffen.

Zwischendurch und ganz zum Schluß gab es auch noch jede Menge Fragen von den Zuhörern. Das nehme ich mal als ein gutes Zeichen. Die Leute waren sehr am Thema interessiert. Und weg gerannt ist niemand. :-)

Meine Präsentation habe ich bei Speakerdeck hoch geladen: https://speakerdeck.com/heikomamerow/das-kleine-1×1-der-web-performance

PS: Leider sind die Animationen in der PDF nicht aktiv.

12:00 Uhr: Der Rest…

Der Rest vom Sonntag und auch der Contributor Day am Montag wird hier auch noch nachgereicht. Versprochen!!! :-)

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Heiko Mamerow

Buddhist, Vater, Freund, Internetseitenbauer, Sportler, Musikliebhaber & Verkehrsteilnehmer ;-)

7 Gedanken zu „WordCamp Colgone 2015 – Meine Abrechnung ;-)

  1. Pingback: WordCamp Cologne 2015 #wccgn ::: Christopher Kästel

  2. Hans-Helge Bürger

    Klasse Zusammenfassung :D Deine Aufregung kann ich gut nachvollziehen. Aber um so öfter man es macht um so leichter wird es einem fallen. Ich bin inzwischen tierisch auf den Geschmack gekommen und hoffe, dass ich noch viele weitere Vorträge halten darf / kann.

    Leider konnte ich deinen Vortrag nicht sehen aber sobald er auf WordPress.tv ist guck ich ihn mir an.

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  3. Frank

    Danke für diesen schönen Rückblick und ich hoffe, deine Münze hat dich nicht enttäuscht und ich kann bei Kisten in Darstellung und Strukt mithalten. Wie immer ist die Zeit zu knapp für alle gewollten Gespräche. Wir brauchen mehr Contributor Days im Nachgang.

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  4. Frank Staude

    Lieber Heiko,

    ich war zwar nicht in deiner Session, weil ich parallel mit Torsten eine gehalten habe, aber ich hab später nur gutes über deine Session gehört. Und ich weiß noch wie super Nervös ich in Hamburg beim WordCamp war, als ich das erste mal in so einem Hörsaal und vor so vielen Leiten was machen musste, ist halt was anderes als bei einem Meetup. Daher: alle richtig gemacht :-)
    Und eine super Zusammenfassung hast du da abgeliefert, freue mich schon auf Teil 2, und ja, wir haben die beim geselligen Teil vermisst.

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  5. Pingback: interiete.net: WordCamp Cologne 2015

  6. Sleepy

    Danke für Deine Komplimente und Deine tolle Zusammenfassung und schön zu lesen, das nicht nur Ich an diesem WE extrem wenig schlaf hatte ;-)

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