Welche Programme benutze ich am besten, um ein WordPress-Theme zu erstellen?

Heute hatte ich eine Anfrage erhalten, mit welchen Programmen man WordPress-Themes erstellt. Das hat mich inspiriert, diesen Artikel zu schreiben:

Erstmal Herzlichen Glückwunsch, WordPress ist eine sehr gute Entscheidung! Es ist das mit Abstand am meisten verwendete Content-Management-System der Welt und hat sicherlich die größte Anwender- und Entwickler-Gemeinde.

How to read the diagram: 68.6% of the websites use none of the content management systems that we monitor. WordPress is used by 17.2% of all the websites, that is a content management system market share of 54.8%.

Einsatz von Content-Management-Systemen weltweit, Stand: 4. Nov. 2012
Quelle: http://w3techs.com/technologies/overview/content_management/all

Grundwissen

Für die Theme-Entwicklung braucht man keine Spezial-Programme – nur spezielles Grundwissen: HTMLCSSJavaScript und PHP. Mit diesen Sprachen sollte man einigermaßen vertraut sein, wenn man sich mit Theme-Entwicklung beschäftigen möchte.

RTFMF

Bevor man sich auf die Theme-Entwicklung stürzt, muss man dieses Fachgebiet erstmal ausgiebig studieren, um einen groben Plan von der Materie zu bekommen. Learning by doing kommt erst danach!

WordPress Codex

Screenshot: WordPress Codex

Erste Anlaufstelle für Anwender und Programmierer ist der WordPress Codex. Das ist das Online-Handbuch für WordPress. Dort gibt es auch eine ausführliche Doku für Theme-Entwicklung. Es gibt da zwar unzählige Bücher und eBooks für WordPress. Aber mehr als das obige Online-Handbuch braucht man – für den Einstieg – nicht.

Wenn man später noch tiefer in die Materie einsteigen möchte, sind die Blogs der WP-Programmierer und -Aktivisten sehr wichtig. Aber das ist ein anderes Thema…

Read/write english

Übrigens sollte man sich so früh wie möglich daran gewöhnen, Dokumentationen und Anleitungen in englisch zu lesen bzw. zu schreiben. Englisch ist nun mal die Hauptsprache für Programmierung. Die meisten Dokus liegen ausschließlich in englischer Sprache vor. Eine deutschsprachige WordPress-Doku gibt es zwar. Aber die ist unvollständig und nicht aktuell.

Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht, eine deutschsprachige Entwickler-Doku zu betrieben. Das grenzt den Kreis der Leser und Akteure sehr ein. Nichts-desto sollte man natürlich deutschsprachig für die Endanwender (Internetseitenbetreiber, Redakteure usw.) publizieren, wenn man den deutschsprachigen Markt als Zielpublikum hat.

Programme

Je nachdem, welches Betriebssystem man hat und welche Vorlieben – z.B. Entwicklung im Browser, WYSIWYG –  wird man die unterschiedlichsten Programme verwenden. Ich möchte keine Empfehlung für das eine oder andere Programm geben, sondern allgemein zeigen, was man so braucht. Und nenne nur beispielhaft die von mir selber verwendeten Programme.

Entwürfe: Wireframe / Prototype / Scetch / Mockup

…Oder wie auch immer man das nennen mag.

Wireframe / Prototype / Scetch / Mockup

Screenshot: Mit Pencil gezeichneter Entwurf

Wenn man mit einem neuen Theme beginnt – oder einfach nur Templateanpassungen mit dem Kunden vereinbaren möchte – zeichnet man sich zuerst einen Entwurf. Man kann das mit Papier und Bleistift oder mit dem Computer erledigen. Für letzteres gibt es diverse Programme. Ich selber benutze Pencil zum Entwerfen.

Editor

Das wichtigste Entwickler-Tool ist der Editor. Damit schreibt man den Code. Es gibt eine riesige Auswahl an Editoren. Aber welcher Editor ist denn nun der Richtige? Darauf gibt es natürlich keine richtige Antwort. ;-) Alle Editoren sind richtig, weil sie alle im Grunde das Selbe machen: Text in eine Datei schreiben…

gedit

Screenshot: gedit

Ein Editor ist ungemein hilfreich, weil er den Code übersichtlich darstellen und bei der Fehlersuche helfen kann. Man sollte nicht zu viel Zeit damit verschwenden, den ultimativen Eier-Woll-Milch-Rundum-Sorglos-Editor zu finden. Theme-Entwicklung ist in erster Linie ein kreativer Prozess. Die Hauptarbeit findet also im Geist statt – nicht im Editor. Ohne einen hellen Geist ist der beste Editor so sinnlos wie ein Computer ohne Strom.

Ich selber benutze bevorzugt Gedit zum Coden.

Grafik-/Bildbearbeitung

Das Layout einer Seite wird nicht nur aus Code erzeugt, sondern oft kommen Bilder als gestalterische Hilfsmittel zum Einsatz. Dann benötigt man ein Programm mit dem man Bilder bearbeiten kann.

Gimp

Screenshot: Gimp im Einsatz

Ein weiterer Einsatz für Grafikbearbeitung ist das sogenannte PSD-to-HTML. Das ist, wenn ein Web-Designer schon mit Photoshop (oder einem anderen Grafikprogramm) einen fertigen Entwurf der neuen Internetseite erstellt hat. Diesen gilt es dann mit HTML&Co. als Template umzusetzen. Dazu braucht man natürlich auch ein Bildbearbeitungsprogramm.

Bei mir kommt in beiden Fällen Gimp zum Einsatz.

Browser

Nach dem Editor das wichtigste Programm ist der Web-Browser. Er wird im wesentlichen dazu benutzt, um zu prüfen, ob die Website so angezeigt wird, wie beabsichtigt. Es gibt eine Menge nützlicher Entwickler-Erweiterungen für den Browser. Die zwei wichtigsten sind Firebug und Web-Developer. Ohne die wäre Web-Entwicklung heutzutage undenkbar.

Man sollte alle gängigen Browser und Betriebssyteme vorrätig haben, um testen zu können, ob die Internetseite in den entsprechenden Konstallationen funktioniert und gut aussieht. Mindestens braucht man: Chromium, Firefox, Internet Explorer, Safari und Lynx.

Sonstige Tools

Für die Theme-Entwicklung braucht man natürlich noch diveres „Drumherum“: eine Test-Umgebung (Apache, MySQL, PHP), einen FTP-Client und ein Messwerkzeug. Ausserdem vielleicht noch eine Virtuelle Testumgebung usw.

Ganz interessant:
Hier listet übrigens Chris Coyier auf, welche Software bei ihm zu Einsatz kommt und was das kostet.

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Heiko Mamerow

Buddhist, Vater, Freund, Internetseitenbauer, Sportler, Musikliebhaber & Verkehrsteilnehmer ;-)

4 Gedanken zu „Welche Programme benutze ich am besten, um ein WordPress-Theme zu erstellen?

  1. Frank

    Ich nutze Gedit auch für schnelle Sachen, aber ich will nicht mehr auf eine IDE verzichten, wo ich auf Aptana setze. Auch im Bezug auf SASS, COMPASS toll. Dies lohnt auch im Umfeld von Themes, wo man doch ab und an Funktionen aus WP braucht und nicht immer alles adhoc im Kopf hat.

    Antworten
    1. Heiko Mamerow Beitragsautor

      Hallo Frank, Danke für den Tipp. Eine IDE ist definitiv bequemer. Aber bisher ist der Funke bei mir nicht übergesprungen. Mit Aptana, Geany und Quanta hatte ich es bisher versucht.

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  2. Caspar

    Das mt dem Englisch-Lesen sehe ich genauso, man kommt einfach nicht drum herum. Software-mäßig habe ich mich als Mac-Nutzer auf Coda eingeschossen. Keine IDE, aber ein genialer Eidtor mit praktisch eingebundenem FTP-Client. (Wobei ich, nach einem kurzen Test der Version 2, immer noch die 1er-Version in Betrieb habe; in der 2er habe ich mich überhaupt nicht zurecht gefunden.)
    Aptana hatte ich mal eine Zeit lang, aber es war auf dem Mac einfach die Pest – oder ich war nicht Entwickler genug, um es zu begreifen. ;)
    Ansonsten sind bei mir unverzichtbar: Compass für die effektive SASS-Nutzung, LiveReload fürs automatische Kompilieren und Neuladen des aktiven Browsertabs (auf Nimmerwiedersehen cmd+R!), die Entwicklerwerkzeuge in Chrome – und natürlich Photoshop für die Bildbearbeitung, ergänzt durch ImageOptim zum letzten eindampfen der Bildgrößen.
    Was mir noch fehlt, was allerdings auch ein wenig das Thema sprengt: eine serverseitige Lösung zum Zusammenfassen aller geladenen Scripte. (Stichwort: http-requests minimieren)

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